Namibias Straßennetz umfasst ca. 45.000 km von denen ca. 60% nicht asphaltiert sind. Demnach kommen Sie auf jeder Reise in das Vergnügen auf weniger oder nicht befestigten Wegen zu fahren. Auf diesem meistens doch eher ungewohnten Terrain kann es schnell zu kleinen Fehlern kommen, die für Ihre Reise durchaus unangenehme Auswirkungen haben können. Daher möchten wir Ihnen ein paar Hinweise für das Fahren auf Sand- und Schotterpisten sowie Allrad Fahrten geben.

Der richtige Reifendruck erspart nervige Plattfüße

Sehr häufig haben wir auf unseren eigenen Touren Reisende getroffen, die sich darüber beklagten schon 3 mal in 2 Wochen einen platten Reifen gehabt zu haben. Bei kurzer Nachfrage stellt sich immer wieder das gleiche Problem heraus. Zu hoher Reifendruck!


Bei Übernahme Ihres Mietwagens ist der Reifendruck für Ihre erste Etappe optimiert und diese führt Sie in aller Regel erst einmal auf Teerstraßen. In der Regel finden Sie hier Werte zwischen 2,2 und 2,4 bar. So wird einen idealer Rollwiderstand auf festen Untergrund bei gleichzeitiger Kraftstoffeffizienz erreicht.

Reifenpanne auf Schotterstraße - Dusty Trails Safaris Namibia & Dusty Car Hire Namibia

Reifendruck Empfehlungen für Allrad Fahrten

Erreichen Sie dann jedoch Schotterstraßen bei denen Sie über viele kleine oder auch größere spitze Steine fahren, kleine Äste oder andere Hindernisse auf Ihrem Weg liegen steigt die Belastung für einen Reifen enorm und er kann platzen. Daher ist es ratsam den Reifendruck zu verringern. So ersparen Sie sich nicht nur die nervige Panne, sondern haben ebenfalls bessere Haftung auf dem losen Untergrund. Als Faustformel können Sie sich ca. 1,8 – 2,0 bar merken.

Bei Passagen mit weichem Sand, wie z.B. im Sossusvlei oder Khaudum National Park sollten Sie den Luftdruck sogar noch weiter reduzieren. Hier sind Werte zwischen 1,0 und 1,4 bar vollkommen ausreichend.

Wie soll ich es schaffen, den Reifendruck immer unter Kontrolle zu halten?

So oft den Reifendruck anpassen – das klingt aufwendig. Ist es aber nicht. Bei nahezu allen Fahrzeugvermietungen in Namibia gehört ein Manometer im Handschuhfach zur Grundausstattung des Fahrzeugs. Damit können Sie sowohl den aktuellen Luftdruck messen, als auch per Knopfdruck Luft ablassen. Mietwagenvon Dusty Car Hire Namibia sind darüber hinaus mit einem Reifendruckkontrollsystem ausgestattet. So können Sie den Reifendruck stets im Blick behalten und werden ebenfalls bei Druckverlust automatisch gewarnt.

Aber Achtung zu wenig Druck im Reifen ist kein Allheilmittel. Schnelle Fahrten mit niedrigem Reifendruck, z.B. auf Teerstraßen oder enge Kurvenfahrten können wiederum dazu führen, dass der Reifen von der Felge springt oder aber platzt. Sie sollten also stets den Reifendruck des Fahrzeugs auf den Untergrund anpassen. Frische Druckluft für Ihr Fahrzeug bekommen Sie an jeder Tankstelle oder auch an vielen Lodges und Campingplätzen. Mieten Sie ein Fahrzeug von Dusty Car Hire Namibia bekommen Sie je nach Route einen kleinen mobilen Kompressor mit dem Fahrzeug gestellt, sodass Sie jederzeit in der Lage sind für den richtigen Luftdruck zu sorgen. Auch hier gilt Safety first!

Kurz-Tipp

Die folgenden Werte sind grobe Richtwerte und können von Fahrzeug zu Fahrzeug leicht variieren.

Teerstraßen: 2.2 – 2.4 bar

Schotterstraßen: 1.8 – 2.0 bar

Weicher Sand: 1.0 – 1.4 bar

Spurrillen, Waschbretter, Staubwolken und Weichsand Passagen

Mit dem richtigen Reifendruck haben Sie bereits einen wichtigen Grundstein zur Pannen Vermeidung kennengelernt. Nichtsdestotrotz warten noch einige weitere Herausforderungen auf den Straßen Namibias auf Sie. Generell ist zwar der Zustand von Namibischen Straßen weitaus besser, als in anderen Afrikanischen Ländern, da diese regelmäßig gewartet werden. Das trockene und rauhe Klima und besonders die Regenzeitsetzt diesen jedoch zum Teil stark zu.

Die Herausforderungen von Schotterstraßen

Die meiste Vorsicht ist hier in der Regel auf den Schotterstraßen geboten. Durch den herrschenden Verkehrt bilden sind schnell Spurrillen in der Piste. Oftmals fahren Sie in diesen Spuren sehr gut und stabil. Wählen Sie am besten eine Spur in der Mitte Ihrer Fahrbahn (Achtung Linksverkehr). Die Spurrillen bergen jedoch auch Gefahren. Beim Wechsel der Spur müssen Sie losen weichen Sand überqueren und können ins schlingern geraten. Reduzieren Sie hier das Tempo und machen Sie beim Spurwechsel keine ruckartigen Lenkbewegungen. Achten Sie auch immer wieder auf Wechsel in der Beschaffenheit der Straße. Im Bereich des Fahrbahnrandes oder im Bereich von Wasserläufen kann sich der feste Untergrund sehr schnell in weichen Sand ändern. Unbedachte Lenkbewegungen und überhöhtes Tempo führen an solchen Stellen schnell zum Überschlag. Dies gilt besonders in Kurven. Die größte Sicherheit bringen hier ein wacher Geist und gemäßigte Geschwindigkeit.

In offenen Bereichen können auch starke Winde die Straße kreuzen. In solchen Gebieten finden Sie oftmals so genannte Waschbretter, also Querrillen auf der Straße. Diese sind sowohl für Fahrzeug als auch Insassen eine deutliche Herausforderung. Reduzieren Sie die Geschwindigkeit vor der Einfahrt in eine Waschbrett Zone um möglichst Gleichmäßig die Wellen zu passieren.

Staubige Wege erzeugen staubige Wolken

Zu guter Letzt noch ein Hinweis zu einem Phänomen, welches zwar für wunderschöne Fotos sorgen kann, beim Fahren jedoch nicht unterschätzt werden sollte – Staubwolken. Auf dem trockenen Boden entstehen durch Fahrzeuge schnelle Staubwolken, die bis zu mehreren Kilometern lang sein können. Je nach Windrichtung und – stärke führen diese zu Sichtweiten von nur noch mehreren Metern. Sie sollten daher bei Überholvorgängen oder Gegenverkehr besonders vorsichtig sein, da andere Fahrzeuge erst im letzten Augenblick für Sie in der Staubwolke sichtbar werden können. Bei zu schlechter Sicht ist manchmal die einzig sinnvolle Lösung sich hinter die Staubwolke zurückfallen zu lassen.

Kurz-Tipp

Die Schotter- und Sandstraßen im südlichen Afrika bringen ihre eigenen Herausforderungen mit sich, an die Sie nicht gewöhnt sind. Der beste Weg, sie alle zu bewältigen, ist eine angepasste Geschwindigkeit. Fahren Sie langsamer, wenn Sie Hindernisse oder Veränderungen auf der Straße sehen.

4×4 only Warnschilder und Offroad Fahrten

Je nach Reiseroute können Ihnen Hinweisschilder mit der Aufschrift 4×4 only begegnen. Nehmen Sie diese Bitte ernst. Dort erwarten Sie in der Regel stark sandige oder steinige Passagen. Rings um die Regenzeit kann es in diesen Bereich nass und schlammig sein.

Tiefsand 4x4 Fahren auf einer Sandstraße - Dusty Trails Safaris Namibia & Dusty Car Hire Namibia

Eine Mini-Lektion für Allrad Fahrten

Die Safari-Mietfahrzeuge haben einen separaten Wahlhebel bzw. Einstellknöpfe für die Getriebeuntersetzung. Hier finden Sie 3 Einstellungen. Auf geteerten Straßen und gut befestigten Schotterstraßen verwenden Sie den normalen 2-Rad-Antrieb. Auf schlechten Schotterstraßen, sowie weichem Sand oder anderen Untergründen wählen Sie im Bereich von 4×4 nur „high range 4×4“. Dies ist der Standard-Modus für Allrad Fahrten. In dieser Einstellung haben Sie immer noch die normale Getriebeuntersetzung wie im 2×2-Modus, aber das Fahrzeug geht in den Allradmodus. Den „low range 4×4“-Modus benötigen Sie nur bei steilen Felsanstiegen oder in Gebieten mit sehr weichem Sand. Mit dieser Auswahl fährt das Fahrzeug ähnlich wie ein Traktor. Sobald Sie die extreme Passage verlassen haben, schalten Sie wieder auf „high range 4×4“ oder den normalen Hinterradantrieb um.

Offroad Fahrten

Auf richtige Offroad Fahrten werden Sie während Ihrer Reise nicht stoßen. In den Schutzgebietenist das Verlassen der vorgegebenen Wege grundsätzlich Verboten. Außerhalb von Schutzgebieten ist das Verlassen von Wegen ebenfalls nicht ratsam bzw. wird aus Sicherheitsgründen von der Fahrzeugvermietung nicht gestattet. Dies hat gleich mehrere Gründe. Zum einen dient es dem Schutz von Landschaft und Tierwelt, zum Anderen auch Ihrer eigenen Sicherheit. Abseits von Straßen können Sie schnell stecken bleiben, Ihren Wagen stark beschädigen oder sogar Ihr eigenes Leben gefährden.

Kurz-Tipp

Wann ist welcher 4×4-Antrieb zu verwenden:

– High Range 4×4: wenn Schilder es erfordern, auf schlechten Schotter- oder Sandstraßen, auf weichen Sand Passagen

– Low Range 4×4: wenn Sie sich festgefahren haben, bei sehr weichem Sand oder Schlamm, an steilen, steinigen Hängen

– 2×2 Antrieb: auf allen Teerstraßen und gut ausgebauten Schotterstraßen


Weitere Informationen zum Thema

Headerbild: Offroad-Fahren tötet - Autowrack - Dusty Trails Safaris Namibia & Dusty Car Hire Namibia

Panne oder Unfall – Was tun?

Manchmal ist es eine kleine Unachtsamkeit, manchmal sind es andere Verkehrsteilnehmer oder Wildtiere und manchmal einfach nur Pech. Vor einer Panne oder einem Unfall ist letztlich niemand gefeit. Was zu tun ist – das finden Sie hier in Form von einigen nützlichen Tipps.
Weiterlesen
panorama Spitzkoppe Namibia - Dusty Trails Safaris Namibia & Dusty Car Hire Namibia

Tipps für Selbstfahrer: Mietwagen & Fahren

Selbstfahrer-Safaris sind eine sehr beliebte Form des Reisens in Namibia. Sie geben Ihnen die Möglichkeit, das Land in Ihrem eigenen Tempo zu erkunden und vermitteln Ihnen das Gefühl von grenzenloser Freiheit in Reinkultur. Oft planen Reisende ihre Tour selbstständig und buchen nur einen Mietwagen. Speziell für Letztere haben wir hier…
Weiterlesen
Headerbild: Autos auf einer Schotterpiste - Dusty Trails Safaris Namibia & Dusty Car Hire Namibia

Sicheres Fahren in Namibia

Ungewohnter Linksverkehr, unbekannte Verkehrsregeln, endlose Weiten, dünne Besiedlung und Wildtiere, die zu jeder Zeit die Straße kreuzen können. Beim Fahren in Namibia erwarten Sie einige Herausforderungen, die Sie aus Ihrem Alltag vermutlich nicht kennen. Daher möchten wir Sie mit den wichtigsten Hinweisen zum sicheren Fahren unterstützen Ihre Reise zu jeder…
Weiterlesen